difo.org
   Projekthandbuch  6 Durchführung  






6 Durchführung des Praktikums

6.1 Einführung

Dieses Dokument beschreibt den Ablauf des Projektes difo.org im Rahmen des "Software Praktikums" (3 SWS) im Wintersemester 2003/2004 an der TU Darmstadt. Dieses Dokument erleichtert dem Prüfer den Überblick über den Projektverlauf. Die Auftragnehmer setzen mit diesem Plan außerdem einen verbindlichen Projektrahmen fest.

6.2 Dokumentationswebsite

Zusätzlich zur Projektwebsite www.difo.org wurde eine zweite Website unter der Adresse www.difo.org/doc angelegt, die der Dokumentation des Praktikums dient. Bermerkenswert hierbei ist, dass trotz der großen Unterschiede in Design und Technik die gleichen Rahmenkomponenten verwendet werden konnten wie für die Projektwebsite. Ein auf difo.org angelegtes Benutzerkonto ist beispielsweise auch auf der Dokumentationswebsite gültig.

6.3 Benutzungsstudien

6.3.1 Einführung

Für difo.org sollte eine möglichst intuitive und ergonomische Benutzungsoberfläche entwickelt werden. Um die Benutzbarkeit der Oberfläche zu testen, haben die Entwickler Benutzungsstudien durchgeführt. Hierzu wurden 20 Versuchspersonen im Alter von 17 bis 62 Jahren gebeten, verschiedene Prototypen von difo.org auszuprobieren.

6.3.2 Durchführung

Die Versuchsperson wurde jeweils an einen Rechner gesetzt, auf dem ein Browser mit der Startseite von difo.org geöffnet war. Ihr wurde erklärt, dass es sich hierbei um eine Fotowebsite handle. Sie solle versuchen, die Bilder anzusehen. Die einzelnen Schritte der Versuchsperson wurde beobachtet. Probleme oder Verzögerungen, die bei der Bedienung entstanden, wurden festgehalten. Dieser Test wurde über die gesamten Entwicklungszeit verteilt durchgeführt.

6.3.3 Ergebnis

Nach Tests mit einem Prototypen erlangten die Entwickler einige unerwartete Erkenntnisse. Einigen Benutzern gelang es damals nicht, die Alben bis zur Präsentationsansicht zu öffnen. Die Schaltfläche, mit der dies erreicht werden konnte, war bei diesen frühen Prototypen unten rechts in der Fensterecke. Sie ist übersehen worden. Außerdem war für die Navigation auf der Seite das Zurücklegen langer Mauswege erforderlich, nämlich von der linken oberen Ecke in die rechte untere Ecke und zurück. Die Ergebnisse führten zu dem Schluss, die Navigation kompakt zusammenzufassen und in der oberen linken Fensterecke zu positionieren.

6.4 Projektplan

6.4.1 Projektorganisation

Die Auftragnehmer hatten regelmäßige Treffen vereinbart, die in der Regel drei Mal pro Woche stattfanden und oft bis spät in die Nacht dauerten. Im März fand ein fünftägiges Workcamp statt.

Die Entwicklung von difo.org wurde vollständig von den Auftragnehmern durchgeführt.

6.4.2 Produktplan

Folgende Produkte werden von den Auftragnehmern an die Praktikumsleitung ausgeliefert:

  • Projekthandbuch (auf http://www.difo.org/doc und auf Papier)
  • Alle Quelltexte von difo.org

Der Umfang der Dokumentation soll zusammen ca. 20 DIN A4-Seiten betragen.

Die Pufferplanung beschreibt Produkte, für deren Auslieferung die Auftragnehmer keine Garantien übernehmen.

6.4.3 Rapid Prototyping

"Rapid Prototyping" ist eine Entwicklungstechnik, bei der möglichst schnell ein ausführbares System entsteht. Dieser kann dann durch einen partizipativen Prozess mit den Benutzern überprüft werden. Ziel des Prototyping ist es, die Validierung der Anforderungsdefinitionen vorzunehmen. Die Vorteile des Prototyping liegen:

  • im Vermeiden von Missverständnissen und im Entdecken von Inkonsistenzen in der Anforderungsdefinition
  • im Erhöhen des Verständnisses und der Akzeptanz der späteren Endbenutzer durch einen partizipativen Prozess

6.4.4 Reviews

Die Überprüfung der Ergebnisse einzelner Arbeitsabschnitte, auch Meilensteine genannt, fand durch Reviews statt. Dabei stellten die Auftragnehmer ihre Arbeitsergebnisse dem Praktikumsleiter vor. Gemeinsam wurden Unklarheiten beseitigt.

6.4.5 Zeitplan

Qualitätssicherung und Konfigurationsmanagement erfolgten begleitend zur Softwareentwicklung. Das Projektmanagement überprüfte parallel dazu den Fortschritt der einzelnen Hauptaktivitäten.

Folgende Meilensteine waren vorgesehen:

  • Fr, 13.02.2004: Übergabe des Projekthandbuchs durch den Praktikumsleiter
  • Do, 26.02.2004: Abnahme des Entwurfes durch den Praktikumsleiter
  • So, 21.03.2004 – Fr, 26.03.2004: Workcamp in Deutschnofen (Nova Ponente), Italien
  • Mo, 19.07.2004: Übergabe des Produkts und der Dokumentation an die Praktikumsleitung
  • Mo, 09.08.2004: Abnahme des gesamten Projekts durch den Praktikumsleiter

6.4.6 Personalplan

Da die Auftragnehmergruppe nur aus 2 Personen besteht, die beide aktiv an allen Teilbereichen des Projekts arbeiteten, gab es keine feste Rollenverteilung innerhalb der Gruppe.

6.4.7 Ressourcen

Die verwendeten Komponenten PHP-Interpreter, Apache-Webserver und MySQL-DBMS unterliegen einer freien Lizenz und sind kostenlos im Internet verfügbar.

Weitere verwendete Software sowie die benutzte Hardware ist persönliches Eigentum der Auftragnehmer. difo.org wird auf einem gemieteten Server im 1&1-Rechenzentrum in Karlsruhe betrieben.

6.4.8 Sicherheits- und Risikobetrachtung

difo.org ist eine Webanwendung im Internet und daher für eine große Anzahl von Benutzern zugänglich. Durch qualitätssichernde Maßnahmen bei Entwurf und Implementierung sollen Sicherheitslücken in den difo.org-Skripten ausgeschlossen werden.

Das Sicherheitsrisiko durch die Verwendung von Standardsoftware (Apache, PHP, MySQL) wird als vertretbar angesehen.

6.5 Qualitätssicherungsplan

6.5.1 Einführung

Dieser Qualitätssicherungsplan orientiert sich am "Entwicklungsstandard für IT-Systeme des Bundes" (V-Modell). Die enthaltenen Aussagen haben Gültigkeit für Dokumente und Produkte, die im Rahmen dieses Praktikums hergestellt werden.

Sinn dieses Dokumentes ist es, die Qualität von difo.org hinsichtlich Korrektheit, Zuverlässigkeit, Wartbarkeit, Erweiterbarkeit, Robustheit, Lesbarkeit von Quelltexten und der Erfüllung von Standards zu gewährleisten. Dies soll durch die Bereitstellung von Methoden und Richtlinien sowie die Festlegung von Standards und Vorgehensweisen erreicht werden.

6.5.2 Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Qualitätssicherung verteilen sich auf folgende Rollen:

1. Der Hersteller eines Produkts erstellt eine Prüfspezifikation, die konform zu den für die Produktklasse existierenden Richtlinien sein muss.
2. Der Prüfer eines Produkts und dessen Hersteller dürfen nicht identisch sein. der Prüfer verifiziert die Korrektheit des Produkts anhand der Prüfspezifikation und fertigt ein Prüfprotokoll an. Sofern das Produkt für korrekt befunden wurde, ist es für die weitere Verwendung freigegeben.

6.5.3 Entwicklungsbegleitende Qualitätssicherung

Alle von den Auftragnehmern erzeugten Produkte müssen geprüft werden und lassen sich in folgende Klassen einteilen:

  • Projekthandbuch
  • Quelltexte und Benutzungsoberfläche
  • Prüfspezifikation
  • Prüfprotokolle
  • Änderungsanalyse

Für jede Produktklasse existieren Richtlinien, die Anforderungen an die Produkte definieren. Dazu gehört eine Vorlage, nach der die Produkte erstellt werden. Die Produkte werden auf Konformität zu den Prüfspezifikationen, die anhand der Richtlinien und der konkreten Anforderungen an das Produkt erstellt werden, geprüft. Der Prüfer erstellt je nach Produktklasse ein Prüfprotokoll.

6.5.4 Eingangskontrolle von Fertigprodukten

Die Auftragnehmer halten die verwendeten externen Produkte (PHP, Apache, MySQL, Linux, Windows) für dem Projekt angemessen, ohne jedoch die Korrektheit dieser Produkte überprüft zu haben.

Produkte (insbesondere Quelltexte), die außerhalb des Projektes, aber von den Auftragnehmern erstellt wurden, sind ebenso wie neu erstellte Produkte zu prüfen.

6.5.5 Problemerfassung

Probleme, die nicht in dem Kontext gelöst werden können, in dem sie auftreten, werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten, sofort auf die Tagesordnung für die nächste Gruppensitzung gesetzt. Dort werden Lösungsansätze erarbeitet.

6.5.6 Änderungskontrolle

Sämtliche Änderungen an bereits akzeptierten Produkten unterliegen der Änderungskontrolle. Für ein geändertes Produkt muss eine neue Prüfspezifikation erstellt und eine Prüfung durchgeführt werden. Danach ist eine Analyse anzufertigen, die die Auswirkungen auf andere Produkte ermittelt. Diese Analyse unterliegt ebenfalls der Qualitätssicherung. Die von der Änderung mittelbar betroffenen Produkte müssen neu geprüft werden.

6.6 Konfigurationsmanagementplan

6.6.1 Einführung

Konfigurationsmanagement umfasst die Organisation und Verwaltung der im Projektverlauf anfallenden Daten und Dokumente. Das Ziel ist, stets einen geordneten Zugriff auf die verschiedenen Versionen zu ermöglichen. Der Konfigurationsmanagementplan legt die Details der Versionskontrolle und Archivierung fest.

6.6.2 Versionskontrolle

Die Dokumente, Quelltexte und sonstigen Daten des Projekts werden in einer sinnvollen Unterverzeichnisstruktur auf dem Subversion-Server svn.dvlp.de abgelegt.

Das Versionsverwaltungssystem Subversion stellt sicher, dass jederzeit jede Änderung den Dokumenten oder am Quelltext nachvollzogen werden kann.

6.6.3 Datensicherung und Archivierung

Der Subversion-Server svn.dvlp.de wird einmal pro Woche gesichert. Zusätzlich existiert eine tagesaktuelle Kopie des Subversion-Repositorys auf den Arbeitsstationen der Auftragnehmer ("Workspace").

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